Lehrgang für Steuer- und Obleute
Wer hat eigentlich die Verantwortung im Ruderboot? Und was bedeuten die roten und grünen Tonnen und die vielen Schifffahrtszeichen am Ufer? Kann ich ein Boot auch ohne Ruder steuern?
Diesen und vielen anderen Fragen gingen die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus neun niedersächsischen Rudervereinen an einem zweitägigen Steuer- und Obleutekurs nach.
Vier Teamer unterrichteten die Teilnehmenden in jeweils zwei Gruppen.
Zunächst wurden theoretische Grundkenntnisse wie Verantwortung im Ruderboot, Ruderbefehle und deren Ausführung (kurz und knapp, dabei laut und deutlich!), Wasser- und Schifffahrtszeichen und Verkehrsregeln abgehandelt. Aber auch aktive Mitarbeit wurde gefordert. So wurde auf einer Tafel ein Parcours mit verschiedenen Stationen vorgestellt, an denen unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen waren. In Zweiergruppen sollten dazu die nötigen Ruderbefehle herausgearbeitet werden.
Nach dem Mittagessen wurde dieser Parcours unter wegen heftiger Windböen erschwerten Bedingungen in Booten auf dem Wasser ausgeführt. Jeder musste einmal auf den Steuerplatz und einmal mit und einmal ohne Steuer, nur unter Anwendung von Ruderbefehlen, das Boot sicher an die jeweiligen Stationen und letztlich an den Steg heranführen. Zwischendurch wurden immer wieder die für Ruderer wichtigsten Schifffahrtsknoten wie Palstek und Achterknoten vorgestellt und geübt. Auch die Themen Schleusen und Sicherheit auf dem Wasser kamen nicht zu kurz.
Und wie bereitet man eine Wanderfahrt vor? Hierzu wurden in Zweiergruppen Wanderfahrten unter Anwendung von Wasserwanderkarten ausgearbeitet und vorgestellt. Eine Empfehlung, was dabei alles in den Packsack gehört, rundete das ganze ab. In einem Film wurde beleuchtet, welchen Gefahren Ruderer auf Bundeswasserstraßen ausgesetzt sind und wie sich das aus Sicht der Binnenschiffer darstellt. Dieser Perspektivwechsel weckt Verständnis für die Berufsschifffahrt und lässt das eigene Sicherheitskonzept überdenken.
Kurz gesagt: es war ein volles Programm, kurzweilig und bis zum Schluss hochinteressant. Alle, auch die „alten Hasen“, konnten hier noch etwas mitnehmen.
In einem Abschlusstest konnte jeder reflektieren, ob er alles verinnerlicht hat, oder ob bzw. wo noch Schwachstellen sind. Zum Nachlesen und Vertiefen wurde allen das DRV-Handbuch für Steuer- und Obleute ausgehändigt.
Ein herzlicher Dank geht an Kai Basedow und sein Helferteam Klaus Wulf, Ulf Rosenfeld und Martin Sehrt vom Oldenburger Ruderverein sowie an den gastgebenden Verein mit der Vorsitzenden Conny Kampmann und Uta Halupczok für die die hervorragende Verpflegung!
Anna von Beöczy